Verunreinigungen in der Heizungsanlage

Verunreinigungen in der Heizungsanlage

Beim Einbau einer Wärmepumpe in bestehende oder neu installierte Heizungsanlagen ist das System zu spülen, um Ablagerungen und Schwebstoffe zu entfernen.

Schmutzpartikel, Magnetit, Hämatit und Kalk können die Wärmeabgabe verringern, den Durchfluss behindern, Wärmetauscher, Ventile, Rohrleitungen und (elektrische) Bauteile zusetzen oder Umwälzpumpen blockieren. Dies führt z.B. zu ungewollten Sicherheitsabschaltungen oder im schlimmsten Fall zum Totalausfall der Wärmepumpe.

Durch Eindringen von Sauerstoff in das Heizwasser bilden sich Oxydationsprodukte (Rost). Oftmals tritt darüber hinaus eine Verunreinigung des Heizwassers durch Reste organischer Schmier- und Dichtmittel auf.

Abfiltrierbare Stoffe

Als abfiltrierbare Stoffe im (Heizungs-)Wasser werden Schweb- und Schwimmstoffe bezeichnet, die durch Filter aus dem Wasser entfernt werden können. Der Gehalt dieser Stoffe wird in mg/l gemessen. Abfiltrierbare Stoffe im Wasser weisen unterschiedliche Partikelgrößen von ca. 0,1 – 0,6 µm auf. Optisch deutet eine starke sichtbare Trübung von Wasser auf einen hohen Gehalt an abfiltrierbaren Stoffen hin.

Der Grenzwert für abfiltrierbare Stoffe im Heizungswasser liegt bei < 30 mg/l

HINWEIS
Zur dauerhaften Sicherstellung der geforderten Heizwasserqualität empfiehlt sich der Einsatz sogenannter Schlamm- und Magnetit-Abscheider, die durch die Korrosion entstandenen metallischen Partikel (Rost) und feinste Schlämme physikalisch entfernen.
Schlammabscheider sind immer in den Heizungsrücklauf zu montieren, entweder direkt vor dem Wärmeerzeuger oder vor der Erzeugerkreispumpe.

Die o.g. Ursachen können einzeln oder gemeinsam dazu führen, dass die Leistungsfähigkeit des Wärmeübertragers in der Wärmepumpe verringert wird. In diesem Fall wird z. B. die max. Vorlauftemperatur nicht mehr erreicht. In solchen Fällen muss der Wärmeübertrager chemisch gereinigt werden. Die Reinigungsmittel sind wegen ihres Säuregehaltes mit Vorsicht anzuwenden. Im Zweifelsfalle ist mit den Herstellern der Chemikalien Rücksprache zu halten!

Generell ist vor dem Reinigen die Wärmepumpe von der Heizungsanlage zu trennen. Hierzu sollten im Vor- und Rücklauf Absperrventile vorhanden sein, um ein Auslaufen von Heizwasser zu verhindern. Die Reinigung erfolgt direkt an den Heizungsanschlüssen der Wärmepumpe.

ACHTUNG
Um Folgeschäden in der Heizungsanlage zu vermeiden, muss die Wärmepumpe nach dem Reinigen unbedingt mit geeigneten Mitteln neutralisiert werden.

In Heizungsanlagen, bei denen Bauteile aus Stahl im Einsatz sind (z.B. Rohre, Pufferspeicher, Heizkessel, Verteiler, usw.), besteht immer die Gefahr, dass durch Sauerstoffüberschuss Korrosion auftritt. Dieser Sauerstoff gelangt z.B. über Ventile, Umwälzpumpen oder Kunststoffrohre in das Heizsystem. Wir empfehlen den Einbau eines Luftblasenabscheiders um eine dauerhafte Entlüftung der Heizungsanlage zu gewährleisten. Dieser ist immer in den Heizungsvorlauf zu integrieren.

HINWEIS
Bei „Altanlagen“ (diffusionsoffene Heizungsanlagen) kann das Heizungssystem mit einer elektrophysikalischen Korrosionsschutzanlage ausgerüstet werden (z.B. Elector-Anlage).